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New experience – same spirit: Test-Tour Gigathlon 2004 (Freitag, 11.7 – Sonntag, 13. 7.2003)
Um 19.00 Uhr 19 Ressortleiter und die Projektleitung am Start im Bergell
Ein Projekt, das in vielen Sitzungen, Telefonaten und eMail-Kontakten ausgeheckt, diskutiert und kreiert wurde, das auf dem Papier fantastisch, logisch und plausibel aussieht, muss sich zuerst schwimmend, rollend und laufend bewähren, bevor es als neues, sportliches Abenteuer unter dem Motto «new experience – same spirit!» ausgeschrieben werden kann.
Diese Test-Tour war aber gleichzeitig auch eine einzigartige Gelegenheit, alle Ressortleiter des Swisspower Gigathlon Expo.02 während 2 Tagen wieder neu mit dem Gigathlon-Virus zu infizieren. Von den 19 um 19. 00 Uhr in Vicosoprano im Bergell versammelten Gigathlon-Macherinnen und Machern gingen am Samstag, 12. Juli 2003 um 06.00 Uhr 2 Teams of Five und ein Couple als Aktive an den Start, während die 7 anderen die Zeit dazu nutzten, die neuen Strecken, Start-, Ziel- und Etappenorte zu rekognoszieren und mit der Planung gleich vor Ort zu beginnen.
Auf 2 Rädern zu dritt während vier Stunden auf der Sonnenseite des Lebens
Rennvelo 97 km, 1200 Höhenmeter Vicosoprano (Bergell) – Sils im Domleschg
Um 05.00 Uhr beim Frühstück ist die Stimmung genauso heiter wie draussen in der Bergwelt. Die Pässe Maloja und Albula rufen. Hans 2, Harry und Dany lassen sich unter dem Applaus der übrigen Teammitglieder nicht zweimal bitten, gleich voll in die Pedalen zu treten. Die überwältigende Pracht der im Morgenlicht glitzernden Seen machten die Strapazen der Maloja-Serpentinen schnell vergessen und der Albula kam ihnen in La Punt gerade rechtzeitig, um sich vom Fahrtwind wieder aufzuwärmen. Die erste Euphorie wurde im steilen Aufstieg vorerst etwas gebremst, bevor es (bei Harry ungebremst) in die (be)rauschende Abfahrt ging. Von Preda nach Bergün konnte sich jedoch trotz neuester Rennvelos und hochsommerlicher Temperaturen in den Kurven keiner der drei Gigathleten der winterlichen Schlittel-Erinnerungen erwehren ....
Nach vier Stunden in der herrlichen Alpenwelt und einigen bangen Minuten in den langgezogenen, düsteren Tunnels vor Sils im Domleschg, erreichten die drei Gigathleten nach 97 Kilometern, 1200 Höhenmetern und 1600 Tiefenmetern ihr Tagesziel und freuten sich auf den wohlverdienten Applaus. Da aber auf der Strecke alles ohne Zwischenfälle rollte, waren ihre Betreuer-Teams bereits wieder zu Ressortleitern mutiert und standen diskutierend vor dem ewz Kraftwerk Sils, der möglichen Wechselzone Rennvelo – Moutainbike und die Mountainbiker waren bereits wieder weg.
Bilder: Samstag 12. Juli 2003 / Rennvelo
Glaspass oder Scherbenhaufen, das ist die Frage?
Mountainbike 81 km, 3000 Höhenmeter Sils im Domleschg – Flims
Sarah, Peter und der stille Beobachter machten sich um 10 Uhr in der prallen Sonne auf der heissen Asphaltstrasse das Leben vorerst nicht schwer und fahren langsam aber stetig via Tschapina dem Glaspass entgegen, immer hoffend, irgend einmal herauszufinden, warum «Mountainbike». Aber auch Peter, der von der Strasse auf den Bergwanderweg ausweicht, findet hier keine Antwort, sondern eine neue Frage, warum überhaupt «Bike». Auf dem Glaspass endlich angekommen, wurde die Fragen auch auf dem nun folgenden «Tal-Lauf» nicht beantwortet. Der schmale, steile, steinige Saumpfad verlangt eher nach einem Maulesel, sinnierte der stille Beobachter, nachdem er den Abstieg 1 x zu Fuss hinaufstieg und einmal mit Blattern an allen Zehen hinunter rutschte ...
Ab Safien-Platz war endlich wieder Platz, um zu «biken, anstatt zu schleiken». Während Sarah vom Turahaus bereits den nächsten Pass in Angriff nahm, half bei Peter in Thalkirch alles Beten des stillen Beobachters nichts mehr, doch bitte auch noch den Tomül mit dem Bike auf dem Rücken zu Fuss zu besteigen ...
Der stille Beobachter ahnte bereits, was Sarah später auf dem Tomül wieder-lief. Auch nach Vals hinunter war immer noch nichts mit Räder laufen lassen. Nur die Bremsen liefen heiss, ein Thermalbad wäre eine Wohltat für die geschundene Kreatur, aber Flims und der Caumasee waren noch 40 Kilometer entfernt – das Valsertal hinunter, die Rheinschlucht hindurch und dann nochmals 500 Höhenmeter nach Flims hinauf – nur noch drei Stunden auf und neben dem Mountainbike, bevor sich das Leiden auch für Sarah dem Ende entgegen neigt. Der stille Beobachter hatte sich hier schon längst verabschiedet, um dieses Teilstück noch einmal gründlich unter die Lupe zu nehmen und auf den Mountains zwischen Sils und Flims für die Biker mehr nach einer fahrlichen, denn nach einer gefährlichen Strecke Ausschau zu halten und fürs Jahr 2004 den sportlichen Scherbenhaufen zu verhindern.
Bilder: Samstag 12. Juli 2003 / Mountainbike
OK-Idylle am Bergseeli
Schwimmen, 1.5 km Caumasee Flims
Pech hat, wer beim Crawlen Linksdrall hat, wenn Mann im kleinen See rechts herum zu schwimmen hat ... Manuel und Dany (ja, der Dany, der seinerzeit während der ganzen Swisspower OK-Test-Tour am Schluss in Biel ins Wasser geworfen werden musste, um endlich auch einmal zum schwimmen gebracht zu werden), sie hatten in Flims trotz allem nicht den samstäglichen Schoggi-Job: Im Wiesli liege, sunnebädele, Glace schläcke, Ruederböötli fahre, de schöne Meitli nachäpfiffe, das konnte nur das Betreuerteam. Im herrlich warmen Seelein ein Halbstündli im Kreis herum zu schwimmen, hört sich leichter an, als es ist. Wenn dann auch noch das Ressortleiter-Couple Andrea und Martin kurz und locker vormacht, wie Schwimmer diese Runde in der halben Zeit und erst noch ohne Positionskoordinaten-Zurufe aus dem Ruderboot schaffen, denkt man, dass etwas mehr Training nichts schaden würde, insbesondere in Anbetracht, dass das «liebliche» Seelein zu dieser Jahreszeit ja auch ohne weiteres nur 16 Grad kalt hätte sein können.
Bilder: Samstag 12. Juli 2003 / Schwimmen
Über den Kunkelspass und durch die Taminaschlucht zum Runners High
Laufen, 42 km, 800 Höhenmeter, 1250 Tiefenmeter Flims – Bad Ragaz
Couple-Man Dany wartet am Caumasee zuerst geduldig auf seine Sarah, um danach trotz Swisspower vergeblich den zwei vor ihm liegenden Team of Five Ladies Brigitte und Caroline nach zu laufen. Herrliche Wälder und Wiesen, ein wunderschöner Pass und ein fantastisches Tal mit Bächen, Flüssen und einem Bergsee, das sich bei Bad Pfäffers zur beeindruckenden Taminaschlucht verengt, stoppte die sportliche Geschwindigkeit und schaffte Zeit und Raum, um die Natur zu geniessen, bevor es die Läuferinnen und den Läufer beim mondänen Quellenhof und dem Golfplatz Bad Ragaz wieder in die pralle Sonne und die touristische Wirklichkeit spuckte. Ein Marathon der Sonderklasse, wie ihn nur der Gigathlon in die Schweizer Landschaft zu zaubern vermag. Mit schweren Beinen, trockenen Lippen, brennenden Fusssohlen, hechelndem Atem und Salz auf der Haut strahlte das Trio im Ziel auf dem Flugplatz Bad Ragaz aber noch lange glücklich um die Wette.
Bilder: Samstag 12. Juli 2003 / Laufen
Im Gegenwind dem Tagesziel entgegen
Inline, 17 km Bad Ragaz – Walenstadt
Hans 1, Andrea und Sarah rollten ohne Probleme auf dem offiziellen Veloweg - der perfekten Inlineskate-Strecke - von Bad Ragaz nach Walenstadt. Die Geschwindigkeit hielt sich ob des steifen Gegenwindes trotz ausgefeilter Technik und Inineskates der neuesten Generation in Grenzen. Der Föhn trocknete nicht nur laufend den Schweiss von der Haut weg, sondern auch Mund und Gaumen aus. Der Wasser-Bidon (und der Windschatten) des zur Strecken-Sicherung begleitenden Supporters war jedenfalls bei allen drei mehr als willkommen. Solche Probleme kannten die bereits früher in Walenstadt im Hotel eingetroffen Kollegen und Kolleginnen nicht: Sie stillten ihren Durst bereits in der Gartenbeiz.
Ein wichtiges Inselchen, das eigentlich gar keine Rolle spielt
Schwimmen, 3.5 km Walenstadt - Unterterzen
Rechts vom Inseli vorbeischwimmen, es in Schwimmrichtung also links liegen lassen, um es nochmals ganz exakt auszudrücken auf der Backbordseite vorbei navigieren .... soweit ein Auszug aus dem vorabendlichen Strecken-Briefing. In der frühmorgendlichen Dämmerung sahen die drei Schwimmer Harry, Sarah und Peter in der Ferne über dem See nur schwache Schatten spiegeln: Berge, so weit das Auge reicht .... Der von der Nacht her noch etwas getrübte Blick wurde jedoch blitzartig klar, als die Füsse am Strand mit dem Wasser in Kontakt traten. Googles netzen, Wetsuit schliessen, Kopfpariser überstülpen und ab in die Einsamkeit des Langstreckenschwimmers in Richtung Inselchen– nach einer halben Stunde der erste kommunikative Kontakt mit dem Supporter im begleitenden Motorboot – du musst nicht das Inselchen als «Boje» anvisieren, das Ziel Unterterzen (eine Ortschaft!) liegt viel weiter in Fahrtrichtung rechts also von uns aus gesehen links, dort vorne hinter der bewaldeten Halbinsel .... geradeaus kein Haus weit und breit zu sehen, sondern nur noch weiter rechts, also vom Motorboot aus gesehen links, um genau zu sein also auf Backbord ... wo um Himmels willen ist Unterterzen? Endlich brachte die hinter den Churfirsten aufgehende Sonne Licht ins Dunkel und dem meditativen Giga-Erlebnis im Deep Blue des Walensees lagen keine sprachlichen Definitionsprobleme mehr im Wege. Eine herrliche Schwimmstrecke, die der legendären Lago Maggiore Überquerung des Trans Swiss Triathlon und dem Traumstart an der Expo.02 in Yverdon in nichts nachsteht.
Bilder: Sonntag 13. Juli 2003 / Schwimmen
25% Gefälle und noch ist kein grüner Teppich ausgerollt
Inline, 20 km Unterterzen - Mollis
Wer kennt sie nicht, die Autobahn-Tunnels der A3 und die Bahnlinie Zürich-Chur? Dem Walensee entlang interessieren sich die Bewohner und Bebauer doch keine Spur für Inlineskater. Hier ist neben dem Transitverkehr für Sportler kein Durchkommen, ausser sie sind (leider oft!) auf dem Weg zum Sport selber Bestandteil dieser Verkehrslawine. Wer‘s nicht wie Dany, Andrea und Brigitte selber errollt hat, wird’s nicht glauben: Dem Seeufer entlang schmiegt sich ein schmales asphaltiertes Band, nicht ganz ungefährlich, da mit ein paar Kurven und einer kurzen steilen Rampe gespickt, ein noch ungeschliffenes Inlinekate-Juwel, das beim Gigathon zum vollen Glanz erstrahlen wird. Dass man nach Seen, Felsen, Flüssen und Tunnels urplötzlich auf einem Flugplatz landet, hat beim Gigathlon ja bereits schon Tradition. Es ist aber mehr als ein glücklicher Zufall, für den Gigathlon in Mollis soviel Flugplatz und sowenig Flugbetrieb vorzufinden, – wo innerhalb zweier Stunden 3‘000 Sportler, 800 Autos und 800 Rennvelos passieren müssen, sind nur noch Flugplatz-Dimensionen gefragt.
Bilder: Sonntag 13. Juli 2003 / Inline Skating
Lieber als ausgepresster Schwamm auf dem Pragel, als nochmals klönend ins Muotathal hinunter ...
Rennvelo, 61 km, 1200 Höhenmeter Mollis – Arth-Goldau
Hans 2, Sarah und Peter suchten gemeinsam nach dem Aufstieg zur Schwammhöhe, bald jedoch suchte Hans und Sarah das Weite und Peter träumte vergeblich vom Schwamm auf der Höhe. Ausser ein paar Kühen trifft man hier oben niemanden an, vor allem keine Autos. Ganz im Gegensatz zum «Rimini-dolce-far-niente» am Klöntalersee, den man nach 200 Tiefenmetern und zwei Pavé-Kurven (Paris-Roubaix-Feeling!) nach einer sacksteilen Abfahrt erreicht. Autos, Motorräder, Motorboote, Rennvelos mit Kinderanhänger und Biker und Jogger, Wohnwagen etc. ein richtiges Freizeit-Eldorado. In den Kehren Richtung Richisau hinauf kehrt für Augen und Ohren wieder Ruhe ein, dafür schlägt jetzt das eigene Herz umso lauter und heftiger. Die Steigung wird immer anspruchsvoller und hinter jeder Kurve taucht eine neue, noch steilere auf. Die 3.5 Schwimmkilometer machen sich bei Sarah und Peter bemerkbar – Hans 2 hingegen wurde bis Arth-Goldau nicht mehr gesehen, dafür so manches Hinterrad, das plötzlich von hinten vor einem auftauchte und wieder verschwand. Auf dem Pragel war gerade der sonntägliche Gottesdienst zu Ende und in der Alpwirtschaft herrschte Hochbetrieb wie in einer Skihütte. Wir wären hier oben besser noch etwas länger sitzen geblieben, wir hätten die Bremsorgie hinunter ins Muotathal wohl besser durchgestanden. Mit verkrampften Fingern, heissen Felgen und zitternden Beinen (nach einigen Brems- und Überholmanövern) legten wir bei der Vorhölle einen kurzen Stopp ein, bevor wir im steifen Gegenwind dem Höllloch Richtung Schwyz davon jagten. Nach dem frühmorgendlichen ausgiebigen Bad hielt sich der Neid gegenüber den Badenden dem Lauerzer See entlang trotz der grossen Hitze in Grenzen. Aber die letzten 2 Kilometer die Berner Höhe hinauf nach Goldau machten uns schon arg zu schaffen.
Bilder: Sonntag 13. Juli 2003 / Rennvelo
Mit dem Gigathlon hat man das Geschenk
Mountainbike, 41 km, 1200 Höhenmeter Arth-Goldau - Samstagern
Unbeeindruckt von den abgestürzten Felsmassen am Rossberg nahmen Brigitte, Manuel und Dany die zweitletzte Weekend-Gigathlon-Etappe in Angriff. So kurz vor Schluss lässt man nichts mehr anbrennen und man stürzt auch nicht mehr ab. In flottem Tempo ging es Richtung Rossberg hinauf und zum Aegerisee hinunter, die Hitze war erträglich, die Trails durchwegs fahrbar und die Stimmung sonntäglich. Ausser einer grausamen Megakriese (früher Hungerast genannt) vor der Durchquerung des Sihltales konnte die voralpine Landschaft von allen in vollen Zügen genossen werden – bis, ja bis die drei in Sichtweite des Zieles in ihrer Euphorie den Weg verpassten und sich urplötzlich einem Felsabsturz und zusätzlichen Höhenmetern gegenüber stehen sahen. Sarah, die zwischenzeitlich im Gartenrestaurant vor einem Teller Pasta sass, war die zusätzliche halbe Stunde Erholungszeit ein willkommenes Geschenk, mit dem sie von ihrem Couple-Partner Dany so unverhofft überrascht wurde.
Alles wahr oder nur Gigathlon-Latein?
Laufen, 32 km, 100 Höhenmeter Samstagern – Zürich
Das Mini-Feld zog sich inzwischen in die Länge. Die beiden Teams of Five Schlussläufer Hans 1 und Harry sowie ihre MTB-Betreuerin Andrea waren dem Couple enteilt. Dany erwies sich aber einmal mehr als wahrer Gentleman, stieg ab seinem Bike, wechselt die Schuhe und begleitet Sarah auf der ersten Streckenhälfte durch die in der Eiszeit vom Linthgletscher geprägte hügelige Moränen-Landschaft. Da alles andere als Eiszeit herrschte, sorgten die Supporter von Swiss Olympic, Peter, Dani und Hans-Jürg, regelmässig für genügend Flüssigkeitsnachschub und standen jederzeit bereit für eine Gratis-Taxifahrt nach Zürich – eine Offerte, die Dany nach 16 Extrakilometern, gerne annahm. Der Wunsch von Sarah, mit Geschichten von der aufkommenden Müdigkeit abgehalten zu werden, kam zwar etwas überraschend, wurde vom Bike aus jedoch gerne erfüllt. An alles, was ich ihr erzählt habe, wird sie sich wohl nicht mehr erinnern – vieles war ja auch nur Gigathlon-Latein – aber, dass sie den letzten Kilometer nicht mit dem Züri-Tram gefahren ist, ist wirklich die Wahrheit. Und dass sich das erfolgreiche Couple nach 33 Stunden Sport nochmals gemeinsam in den Zürichsee stürzte ebenfalls.
New experience – same spirit: Wir freuen uns schon jetzt auf die Test-Tour für den Gigathlon 2005
Peter Wirz
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